1. Deine Daten
Geschlecht2. Maßband
Bauch: auf Höhe des Bauchnabels, im Stehen, am Ende einer normalen Ausatmung, ohne einzuziehen und ohne das Band einzuschnüren. Hals: direkt unterhalb des Kehlkopfs. Hüfte: an der breitesten Stelle. Wichtiger als die perfekte Stelle ist, dass du beim nächsten Mal genauso misst.
Ich habe einen Caliper (optional, genauer)
Drei Hautfalten in Millimetern, jeweils auf der rechten Körperseite, Mittelwert aus zwei bis drei Messungen.
Dein Körperfettanteil
Die einzelnen Formeln
Weiterrechnen mit diesem Wert
Beide Rechner übernehmen den Wert automatisch. Im Diät-Rechner ergibt sich daraus, wie lange dein Weg zum Ziel dauert, im Muskelaufbau-Rechner dein FFMI und dein geschätztes Potenzial.
Alle hier verwendeten Verfahren sind Schätzgleichungen, keine Messungen. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung und keine DXA- oder Bod-Pod-Messung. Bei Vorerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei einer Essstörung in der Vorgeschichte gehört die Bewertung von Körperzusammensetzung in fachliche Hände. Die Quellen stehen unten auf der Seite.
Warum dieser Rechner drei Formeln zeigt statt einer
Fast jeder Körperfett-Rechner im Netz nennt dir eine einzige Zahl, gern mit Nachkommastelle. Das suggeriert eine Genauigkeit, die keines dieser Verfahren hat. Alle arbeiten mit Schätzgleichungen, die an Stichproben angepasst wurden, und je weiter du von dieser Stichprobe entfernt bist, desto größer wird der Fehler. Deshalb rechnet dieses Tool parallel und zeigt dir die Spanne. Liegen die Formeln eng beieinander, kannst du dem Ergebnis vertrauen. Laufen sie auseinander, sagt dir der Rechner warum.
Wie groß der Unterschied werden kann, zeigt ein Beispiel: Für einen 1,80 m großen, muskulösen Mann mit 95 kg und 88 cm Bauchumfang liefern die drei Verfahren 15, 23 und 26 Prozent. Zehn Prozentpunkte Unterschied bei ein und derselben Person. Wer nur eine dieser Zahlen gesehen hätte, hätte ein völlig anderes Bild von sich.
Die drei Verfahren im Einzelnen
RFM, die Relative Fat Mass. Die jüngste der drei Formeln und die sparsamste: Sie braucht nur Körpergröße und Bauchumfang. Entwickelt wurde sie an über 12.000 Erwachsenen aus den NHANES-Erhebungen und an weiteren rund 3.400 Personen gegen DXA-Messungen validiert, wobei sie den Körperfettanteil deutlich besser traf als der BMI. Für die meisten Menschen ist sie der beste Kompromiss aus Aufwand und Treffsicherheit.
Die Umfang-Methode der US Navy. Sie nutzt zusätzlich den Halsumfang, bei Frauen auch die Hüfte, und rechnet über den Unterschied zwischen Rumpf- und Halsumfang. Die zugrunde liegende Gleichung stammt aus einem technischen Bericht der US-Marine von Hodgdon und Beckett aus dem Jahr 1984 und ist selbst nie in einer Fachzeitschrift erschienen. Die Methode als solche ist dafür seither ausgiebig überprüft worden, unter anderem in den unten verlinkten militärischen Validierungsstudien.
Die Deurenberg-Formel. Sie leitet den Körperfettanteil aus BMI, Alter und Geschlecht ab und wurde an 1.229 Personen entwickelt. Ihre Kennzahlen sind ordentlich, mit einem Bestimmtheitsmaß von 0,79 und einem Schätzfehler von rund 4 Prozentpunkten. Sie hat aber eine bauartbedingte Schwäche, die für ein Fitnesspublikum entscheidend ist: Der BMI kennt nur Größe und Gewicht und kann Muskelmasse nicht von Fett unterscheiden. Bei trainierten Menschen liefert sie deshalb systematisch zu hohe Werte. Der Rechner führt sie aus genau diesem Grund nur zum Vergleich und lässt sie aus der Hauptschätzung heraus.
Und der Caliper? Wenn du einen hast, ist die Drei-Falten-Messung nach Jackson und Pollock das genaueste der hier zugänglichen Verfahren, und der Rechner nimmt sie dann als Hauptwert. Aber auch sie ist kein Goldstandard: An Elitesportlern verfehlten Hautfaltengleichungen die per DXA gemessene Körperzusammensetzung deutlich, und die Messung selbst ist übungsabhängig. Zwei Personen messen an derselben Stelle unterschiedlich.
Der wichtigste Satz auf dieser Seite
Umfangbasierte Verfahren eignen sich als Momentaufnahme, aber nur eingeschränkt zur Verlaufskontrolle. In einer Untersuchung an 1.407 Rekrutinnen und Rekruten unterschätzten die Umfangformeln den per DXA gemessenen Körperfettanteil zu Beginn im Mittel um rund 6 Prozentpunkte, und über acht Wochen Grundausbildung bildeten sie die tatsächlichen Veränderungen der Körperzusammensetzung nicht zuverlässig ab.
Für dich heißt das konkret: Nimm die Prozentzahl hier als Standortbestimmung, um deine Diät oder deine Aufbauphase zu planen. Aber verfolge deinen Fortschritt nicht über diese Zahl, sondern über die Rohwerte, aus denen sie entsteht, also über deinen Bauchumfang in Zentimetern zusammen mit dem Körpergewicht. Wenn der Bauchumfang sinkt und das Gewicht auf der Waage hält, passiert genau das, was passieren soll. Diese beiden Zahlen lügen dich seltener an als jede daraus abgeleitete Prozentangabe.
Was dein Körperfettanteil bedeutet
Ein einzelner Prozentwert sagt für sich genommen wenig. Sinnvoll wird er erst in Bezug auf Bereiche: Bei Männern gilt ein Anteil von etwa 3 bis 5 Prozent als das physiologisch notwendige Minimum, 8 bis 14 Prozent als athletisch, 14 bis 18 Prozent als fit, bis etwa 25 Prozent als akzeptabel. Bei Frauen liegen alle Werte naturgemäß höher, mit rund 10 bis 13 Prozent als essentiellem Fett und etwa 16 bis 21 Prozent als athletischem Bereich. Diese Einteilungen sind Konventionen aus der Sportpraxis und keine medizinischen Grenzwerte, und gesunde Bereiche hängen zusätzlich von Alter und Geschlecht ab.
Wichtiger als die Einordnung ist, wofür du die Zahl brauchst. Im Diät-Rechner bestimmt sie, wie lange dein Weg zum Zielwert dauert und wie viel Fett dafür überhaupt abgebaut werden muss. Im Muskelaufbau-Rechner ergibt sich daraus dein FFMI und die Schätzung deines Aufbaupotenzials. Beide Tools funktionieren ohne diesen Wert nur zur Hälfte, und deshalb gibt es diesen Rechner.
Körperfett im Schichtdienst
Wenn du im Schichtdienst arbeitest, ist eine ehrliche Standortbestimmung besonders nützlich, weil der Alltag mehr Rauschen erzeugt: Wassereinlagerungen nach kurzen Nächten, verschobene Mahlzeiten und schwankendes Gewicht über die Woche. Miss deshalb immer unter möglichst gleichen Bedingungen, am besten morgens nach dem Aufstehen und vor dem Frühstück, und am selben Punkt deines Schichtrhythmus. Ein Wert nach der dritten Nachtschicht ist mit einem Wert nach einem freien Wochenende schlicht nicht vergleichbar. Wie du Essen und Training um deine Schichten legst, rechnet dir der Schichtplan-Check aus.
Häufige Fragen
Wie genau ist ein Körperfett-Rechner mit Maßband?
Als Momentaufnahme brauchbar, als Präzisionsmessung nicht. Umfangbasierte Formeln unterschätzten in einer Untersuchung an über 1.400 Rekruten den per DXA gemessenen Wert im Mittel um rund 6 Prozentpunkte. Deshalb gibt dieses Tool eine Spanne aus statt einer einzelnen Zahl.
Welche Formel ist die beste?
Für die meisten die RFM-Formel und die Umfang-Methode, weil beide direkt am Körper messen. Die Deurenberg-Formel rechnet aus dem BMI und kann Muskeln nicht von Fett unterscheiden, weshalb sie bei Trainierten zu hoch liegt. Sie erscheint hier nur zum Vergleich.
Wo genau messe ich den Bauchumfang?
Auf Höhe des Bauchnabels, im Stehen, am Ende einer normalen Ausatmung, ohne den Bauch einzuziehen und ohne das Band einzuschnüren. Wichtiger als die perfekte Stelle ist, dass du beim nächsten Mal genauso misst.
Kann ich mit dem Rechner meinen Fortschritt verfolgen?
Nur eingeschränkt. Umfangformeln bildeten Veränderungen über acht Wochen Training nicht zuverlässig ab. Verfolge deshalb lieber direkt deinen Bauchumfang in Zentimetern zusammen mit dem Gewicht.
Wofür brauche ich meinen Körperfettanteil überhaupt?
Für den Diät-Rechner, der daraus die Dauer bis zu deinem Zielwert bestimmt, und für den Muskelaufbau-Rechner, der daraus FFMI und Aufbaupotenzial ableitet. Der Rechner übergibt seinen Wert auf Knopfdruck direkt an beide.
Warum weicht meine Körperfettwaage ab?
Waagen mit Bioimpedanzmessung schicken einen schwachen Strom durch den Körper und schätzen daraus die Zusammensetzung. Das Ergebnis hängt stark vom Flüssigkeitshaushalt ab und schwankt deshalb über den Tag, nach dem Training und je nach Trinkmenge teils um mehrere Prozentpunkte. Als Trend über Wochen unter immer gleichen Bedingungen ist sie brauchbar, als Einzelwert nicht belastbarer als die Formeln hier.
Quellen
Verwendete Formeln
- Woolcott OO, Bergman RN, Relative fat mass (RFM) as a new estimator of whole-body fat percentage. Sci Rep 2018 — Entwicklung an NHANES 1999–2004 (n = 12.581), Validierung an NHANES 2005–2006 (n = 3.456) gegen DXA.
- Aguirre C et al., Relative fat mass as an estimator of body fat percentage in Chilean adults. Eur J Clin Nutr 2024 — unabhängige externe Validierung der RFM-Formel.
- Deurenberg P et al., Body mass index as a measure of body fatness: age- and sex-specific prediction formulas. Br J Nutr 1991 — n = 1.229, R² 0,79, Schätzfehler 4,1 Prozentpunkte.
- Jackson AS, Pollock ML, Generalized equations for predicting body density of men. Br J Nutr 1978
- Jackson AS et al., Generalized equations for predicting body density of women. Med Sci Sports Exerc 1980
- Hodgdon JA, Beckett MB, Prediction of percent body fat for U.S. Navy men and women from body circumferences and height, Naval Health Research Center, 1984. Die Umfang-Methode stammt aus einem technischen Bericht und ist nicht in einer begutachteten Fachzeitschrift erschienen. Die Umrechnung von Körperdichte auf Fettanteil folgt der Zwei-Komponenten-Gleichung nach Siri (1961), ebenfalls eine Buchveröffentlichung.
Wie belastbar diese Verfahren sind
- Foulis SA et al., Body composition changes during 8 weeks of military training are not accurately captured by circumference-based assessments. Front Physiol 2023 — n = 1.407, mittlere Unterschätzung gegenüber DXA rund 6 Prozentpunkte, Veränderungen nicht zuverlässig abgebildet.
- Taylor KM et al., Development and cross-validation of a circumference-based predictive equation to estimate body fat. Obes Sci Pract 2024
- McClung HL et al., Science behind policy: implementing a modern circumference-based body fat equation. Int J Obes 2025
- Zemski AJ et al., Skinfold prediction equations fail to provide an accurate estimate of body composition in elite rugby union athletes. Int J Sport Nutr Exerc Metab 2018
- Beam JR, Szymanski DJ, Validity of 2 skinfold calipers in estimating percent body fat. J Strength Cond Res 2010
- Gallagher D et al., Healthy percentage body fat ranges: an approach for developing guidelines based on body mass index. Am J Clin Nutr 2000